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Stunde Null
Ende einer Diktatur: Zwischen Massengrab und Hoffnung
Martin Lautwein
Martin Lautwein ist 27 und arbeitet für eine Hilfsorganisation, als er in Syrien vom Assad-Regime verhaftet wird. Im Gefängnis Far‘ Falastin überlebt er Hunger, Folter und den Tod um ihn herum. 2024 – einige Jahre nach seiner Freilassung - zerfällt die Diktatur. Martin kehrt zurück – in sein Gefängnis und an andere Tatorte des Regimes. Er sucht nach seinen Mitgefangenen, nach Verantwortlichen, und nach einer Antwort: Ist Versöhnung ohne Gerechtigkeit möglich?
Er sagt: "Nie in meinem Leben habe ich in so kurzer Zeit so viel erlebt wie in den ersten Tagen in Syrien unmittelbar nach dem Ende von Assad. Ich war zurück in meinem Gefängnis. Ich habe meine Zelle meinen Freunden gezeigt und anschliessend wie ein Sieger auf dem Stuhl des Kommandanten in dessen zertrümmertem Büro gesessen. Ich habe Mütter und Väter getroffen, die mir verzweifelt die Bilder ihrer Kinder ins Gesicht hielten, sobald sie erfuhren, dass auch ich Gefangener war. Ich war dabei, als Bagger Loch für Loch um die Gefängnisse gruben – und mit jedem weiteren dieser Löcher die Gewissheit wuchs, dass es die erhofften versteckten Zellen nie gegeben hatte und die, die noch fehlen, wohl für immer verschwunden bleiben würden."
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